Der Komus stammt aus Kirgistan. Er hat drei Saiten, hier aus Kunststoff, früher aus Darm, Ende dieses Jahres (2010) bekomme ich noch einen mit Darmsaiten. Trotz winzigem Schalloch hat er einen erstaunlich kräftigen Klang. Die Decke ist aus Fichtenholz, Korpus, Hals und Wirbel aus Marillenholz (Aprikose) hergestellt. Die Rückseite ist wundervoll geschnitzt verziert. Seitlich kann man sehen, wie der Komusbauer einen Ast durch ein eingefügtes Holzstück ersetzte (siehe Foto unten). Besonders ist auch noch der Saitenhalter unten am Instrument, aus Leder, an den die Seiten geknotet sind. Das erste Mal hörte ich den Komus 1998 während dem wahrlich unglaublichen und faszinierenden internationalen Maultrommelfestival in Molln, Oberösterreich. Eine junge Frau trat in ihrem traditionellen Kostüm auf die Bühne, setzte sich auf einen Stuhl und im nächsten Moment verliebte ich mich in dieses Instrument, den Komus. Jegliches Geräusch der Zuhörer verstummte und wie gebannt lauschten wir den Klängen ihres Spiels. Ein Erlebnis, - unbeschreiblich, verzaubernd, berührend... Zwei Jahre später, Ende Oktober 2000, sind wir in Hannover auf der Weltausstellung. Meine Augen treffen auf den Pavillon "Kirgistan", -Tunnelblick-, starke Sogkraft und schon stehe ich vor einem jungen Kirgisen und höre mich fragen: "Haben Sie einen Komus?" Er bejaht und bedauert zugleich, das es nur noch diesen gäbe und er könne ihn nicht verkaufen, da es das Instrument sei, das in der aufgebauten Jurte zeigen soll, was die Nomaden in Kirgistan alles benutzen und dazu gehöre eben auch der Komus. Doch so einfach geht es nicht (mit mir!). Ich erzähle ihm von dem Museum, dass ich Instrumente vorführe, über die Kultur, Menschen, deren Bräuche erzähle und bis zu diesem Zeitpunkt kein einziges Instrument aus seinem Land im Museum hätte - und so fort... Beeindruckt habe ich ihn anscheinend nicht, aber langsam genervt. Er muss gedacht haben: 'Der geht nicht! Den werde ich nicht los!' Kurzer Hand sagt er: "Warten Sie, ich hole meinen Chef!" Der tauchte dann auch wirklich auf und nun fing die ganze Prozedur von vorne an... Ewiges Verhandeln, hin und her, für (meinerseits) und wider (seinerseits) warum es wichtig und nicht möglich sei, - soetwas ist richtig anstrengend und ich hatte den längeren Atem. Irgendwann sagt er kapitulierend: "Kommen Sie einmal mit!" - Wir gehen in die Jurte, die Besucher beäugen uns, ich fühle mich fast wie ein Nomade, dann nimmt er den Traum meiner Wünsche von der Wand, drückt mir das Instrument in die Hand und sagt: "Schauen Sie es sich an!" Ich wollte es zu dieser Zeit nicht sehen, nur kaufen. Ich glotze mehr auf die Oberfläche als es wirklich anzusehen - zu viel Nervosität. endlich die erlösenden Worte: "Wollen Sie es kaufen?" Im nächsten Moment drücke ich ihm das Geld in die Hand und laufe schnellen Schrittes in weite Ferne. Nur weg! Weit weg! Vielleicht hätte er es sich ja doch noch anders überlegt...

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