Die Rheinpfalz - "Café Europa"; Text: Tatjana Stegmann, Foto: Michael Hertlein,

veröffentlicht am 20.12.2008 in der Tageszeitung ,Die Rheinpfalz'"

Im Einklang mit der ganzen Welt
In einem „Museum“ in Sankt Gilgen tönt’s und trommelt’s und dudelt’s - Instrumente erzählen klangvoll vom Leben in der Ferne

Europa: Gut möglich, dass bei diesem Wort viele Menschen zuallererst an Brüssel, Parlament, Kommission - kurz: an Politik - denken. Eine sehr eingeschränkte Sichtweise auf einen faszinierenden Kontinent mit ganz unterschiedlichen Menschen. Wer sind diese Europäer, wie denken und fühlen sie? Unser „Café Europa“ soll ein Ort der Begegnung sein: mit Geschichten, Szenen und Menschen, die dem abstrakten Begriff Europa Leben verleihen. Hier trifft sich Europa zum Urlauben: In Sankt Gilgen am Wolfgangsee, nicht weit von Salzburg entfernt, geben sich Promis in den Hotels die Klinke in die Hand, locken Kitschauslagen der Souvenirläden Touristen aus aller Welt. Und natürlich verbindet jeder den Namen des kleinen Ortes - kaum 3500 Einwohner zählt er - nicht nur mit der Sommerfrische des ehemaligen Kanzlerpaares Kohl, sondern auch mit der Musik, mit dem großen Namen Mozart. Doch hat Wolfgang Amadeus hier nie gearbeitet, vielmehr lebten sein Großvater, seine Mutter und nicht zuletzt seine Schwester hier. Wer sich aber nicht nur anlocken lässt von großen Namen, der kann ein wenig abseits Musik ganz anderer Art erleben - im Musik-Instrumenten-Museum der Völker. Man muss es schon finden wollen, dieses Museum. Doch wenn man das richtige Haus in einer Seitenstraße entdeckt und betreten, wenn man drinnen an der Tür geklopft hat, die so unscheinbar auf jene Ausstellung hinweist, dann öffnet sich eine eigene, bestaunenswerte Welt in einem Raum, der nicht viel größer ist als manches geräumige Wohnzimmer. Askold zur Eck lebt in dieser Welt. Er ist es, der die Tür zu ihr öffnet. Hier gibt es kein Kassenhäuschen, keine Garderobe, hier ist jeder Gast als Persönlichkeit willkommen, nicht reduziert auf den zählenden und zahlenden Besucher. Asketisch wirkt der Mann mittleren Alters, still und zurückhaltend lädt er die Gäste mit einer bescheidenen Geste zum Eintreten. Ein warmes Licht erfüllt den Raum oder besser: das Wenige, was an Raum übrig ist in und zwischen den Glasvitrinen, die angefüllt sind mit den kuriosesten Instrumenten aus aller Herren Länder. Manches kennt man, anderes erkennt man erst auf den zweiten oder gar dritten Blick als Instrument. Während man selbst fasziniert in die Schaukästen guckt, beobachtet zur Eck die Besucher mit besonderem Einfühlungsvermögen: Sobald er glaubt, dass sie sich eingefunden haben, bietet er an, Fragen zu den Instrumenten zu beantworten. Kaum dass man die Fakten zu einigen weiß, wird das Museum zum Musikzimmer: zur Eck spielt auf.

Öffnungszeiten & Preise
Aktuelles
Home
Movies
E-Mail an uns
über uns
Instrumente
Country
Links
Newsletter
weiter >>>